Restaurantkritik erschienen im „Frankfurt geht aus“ Ausgabe Februar 2002:

Zwar schießen sie nicht wie Pilze aus dem Boden, doch fraglos sind persische Restaurants in Frankfurt derzeit ein Trend. Allen gemeinsam ist ein stilvolles, Orient und Okzident berücksichtigendes Designkonzept und eine mit geschmacklichen Überraschungen aufwartende Küche auf durchweg ansprechendem Niveau. Auch die jüngste Neueröffnung, das Grillrestaurant Persia, macht da keine Ausnahme. Über weiß getünchtem Rauputz hängen frankophile Spiegel, orientalisches Kleinod ist, etwa in Form von Karaffen, unaufdringlich und mit Bedacht eingestreut. Gesprächsanregend die zurückhaltende musikalische Untermalung mit klassischen Klängen. Durchaus also wieder mal einer der raren verschwiegenen Plätze für ein Tête-à-tête bei Kerzenschein. Der einfache Bordeaux unbekannter Herkunft (3,75 Euro) macht sich gut, die Auberginencreme, Kaschke Bademjan (4,50 Euro), sieht appetitanregend aus und mundet entsprechend. Ghormesabsi, Rindfleisch in Kräutersoße nach persischer Art mit Petersilie, Schnittlauch, Koriander, Bocksklee und getrockneten Limonen (9,25 Euro), ist fein abgeschmeckt. Der Kräutermus erinnert rein optisch ein wenig an Grüne Soße, wenngleich das eine mit dem anderen nicht viel zu tun hat. Fazit: eine Lokalität, die das Gutleutviertel gastronomisch aufwertet.

Margit Rehn